Geschichte

Der erste urkundliche Nachweis der Siedlung „Altiaia" vom 22. November 223 geht auf die Bürgermeister Octonius Tertius und Castonius Cassius zurück. Sie stifteten an diesem Tag den Nymphengottheiten einen Altar, um den Dank für glückhaftes Gelingen ihrer Tätigkeiten in steinernen Denkmalen auszudrücken. Die römische Stadt war eine bedeutende Siedlung, in der Bewohner durch ihren Gewerbefleiß wohlhabend wurden, in der die Wissenschaft aufblühte und in der handwerkliche Betätigung und gelehrtes Arbeiten sich zusammenfanden. Nachdem mehr als eineinhalb Jahrtausend vergangen waren, trug der „Agent der Gemeind" Alzey, Peter Bretsch, am 24. Fructidor VII - am 10.September 1799 - in sein „Agentschafts Register" die Niederschrift ein, die von der Einrichtung einer Feuerwehr in Alzey, einer Feuerkompanie, und ihrer Gründung berichtete.

Dieser Tag ist damit der Gründungstag der Feuerwehr, mit 24 Mitgliedern aus der Bürgerschaft Alzeys, die den Namen „Feuer Compagnie" erhielt. Bereits 1749 hatte ein Brand Anlass gegeben, Brandbekämpfungsmaßnahmen neu zu überdenken. Deshalb besaß seit Mitte des 18. Jahrhunderts Alzey eine Feuerspritze. Es war eine große Spritze auf „Räder und Wagenwerk", mit kurzen Lederschläuchen, so wie sie der „Feuer-Spritzen und Pumpenmacher Johann Valentin Pfannenstiel" zu Mainz „unterm Holzthor am Rhein" herstellte. Der Wasserstrahl reichte bis zu 30 Meter weit. Das 18. Jahrhundert sah vorzugsweise die gemeinsame Aufgabe aller Einwohner darin, die überkommene Möglichkeit zur tätigen Mithilfe bei der Bekämpfung eines Brandes zu perfektionieren.

 

Jetzt musste jeder Bürger der Stadt zwei Ledereimer besitzen, mit denen im Notfall Löschwasser heranzutragen war. Der eine Eimer wurde im Rathaus aufbewahrt, der zweite Eimer blieb in der Wohnung des Bürgers. Im Jahre 1834 waren 322 lederne Feuereimer vorhanden, die Anschaffungskosten wurden vollständig von der Gemeinde übernommen. Die ledernen Feuereimer fanden im Kriegsjahr 1917 ihr Ende.

Als der erste Kreisrat 1835 nach Alzey gekommen war, wurde die alte Feuerkompanie von 1799 zur „Sicherheitsgarde" umgewandelt. Der Kreisrat übernahm von nun an das Amt der Feuerlösch-Polizei. Der Kreisrat hatte für das Vorhandensein der Löschgerätschaften zu sorgen, er traf die nötigen Anordnungen zur Sicherung der Wasserzufuhr bei Brandfällen, er ordnete die Teilnahme von Pflichtigen an den Wehrübungen an, er leitete bei ausgebrochenen Bränden die gesamte Schadensbekämpfung und führte die Aufsicht über den Gesamtbereich des Feuerlöschwesens

In der Wirklichkeit jedoch war eine geübte Mannschaft für die Feuerlöschaufgaben notwendig. Hier sprang der sich in den vierziger Jahren bildende Turnerverein ein. Innerhalb der Turngemeinde- heute Turnverein 1846- entstand eine Löschgemeinschaft, die als freiwillige Gruppe die Aufgabe der alten Vereinigung fortsetzte. Die Turnerjacke blieb der Dienstanzug bei einem Brande. Im Jahr 1862 beschäftigte sich der neue Bürgermeister Johann Nikolaus Theysohn mit der Neuorganisation der bestehenden „Feuerwehr-Löschgemeinschaft". Im Frühjahr 1864 stand die erneuerte Wehr.

 

Etwa 80 Freiwillige hatten sich neu zu ihr gemeldet. Der Wehr wurden die nötigen Mittel für die Anschaffung notwendiger Lösch und Rettungsgeräte gegeben. Die Aachen-Münchner Feuerversicherungsgesellschaft schenkte (im Juni 1864) eine Spritze im Wert von etwa 1000 Gulden.

 

In der einheitlichen Uniform sollte die Tugenden Disziplin und Nächstenliebe, Pflichtbewußtsein und Einsatzfreude alle Standesunterschiede zurücktreten lassen.

Der Erste Weltkrieg hatte den großen Einschnitt gebracht. Zahlreiche Feuerwehrmänner taten Kriegsdienst, die zurückgebliebenen ersetzten durch vermehrte Opferbereitschaft die Aufgaben ihrer durch Kriegseinsatz abwesenden Kameraden.

 

Im Oktober 1934 wurde Alzeys erstes Feuerwehrauto in Dienst gestellt. Mit diesem Fahrzeug war die Wehr in der Lage, jeden Brand schnell und ordnungsgemäß zu bekämpfen. 

Am 19. Dezember 1936 wurde die 1893 gegründete Freiwillige Feuerwehr Schafhausen in die Freiwillige Feuerwehr Alzey eingegliedert. Am 14. März 1937 war der Halbzug Schafhausen mit zehn Mann bei einer Übung in Alzey angetreten. Damit war die Geschichte einer eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Schafhausen zu einem Ende gelangt.

Am 4. Januar 1940 wurde die Freiwillige Feuerwehr Alzey vom Landrat aufgelöst und zur„Technischer Hilfspolizei zum Korps der deutschen Polizei" gemacht. Zur Auffüllung der Mannschaftsstärken mussten 1941 Teile der staatlichen Jugendorganisation als HJ-Feuerwehr angegliedert werden. Nach 1945 begann der Wiederaufbau der Feuerwehr und ihre Zurückführung in den ihr ursprünglich zugedachten Rahmen.

Am 27. Juli 1954 stürzte das Feuerwehrgerätehaus in der Ochslergasse zusammen und begrub einen großen Teil der Gerätschaften unter sich, so dass ein beträchtlicher Schaden an Einrichtungs und Ausrüstungsstücken entstanden war. Am 16. Juni 1956 wurde der Wehr ein neues Feuerwehrgerätehaus in der Weinrufstraße übergeben.

Die freiwillig übernommene Pflicht zur Hilfeleistung lässt Rücksicht auf sich selbst zurücktreten. Die Uneigennützigkeit des Handelns bewirkt Mut zur Selbstaufopferung; es gilt die Gefahr zu beseitigen, das Mögliche zu retten. Diese Einstellung der Wehr, diese Grundhaltung ihrer Männer, brachte am 24. Oktober 1970 unseren Kameraden Hans Braun und Rolf Münch den Tod.

Ihr 175-jähriges Bestehen feierte die Alzeyer Wehr am 8. und 9. September 1973.Die Allgemeine Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 10. September über dieses Ereignis unter der Überschrift „Alzeyer Feuerwehr feiert glanzvolles Jubiläum".

Am 7. September 1985 fand der offizielle Umzug der Alzeyer Feuerwehr in die neue Feuerwache in der Weinheimer Landstraße statt.

Im August 1990 beging die Alzeyer Jugendfeuerwehr in einer Feier in der Feuerwache ihr 25-jähriges Bestehen.

 

Auf tragische Weise kam am 9. März der stellvertretende Wehrleiter der Alzeyer Feuerwehr, Manfred Gehres, im Dienst ums Leben.

200 Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1799 feierte die Alzeyer Feuerwehr im September 1999 ein großes Jubiläums-Fest zu dem zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland angereist waren. Das 4 Tage dauernde Fest wurde teilweise im Radio übertragen und wird vielen Kameraden sicherlich in guter Erinnerung bleiben.

 


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