Ausbildung

"Retten - löschen - bergen - schützen", mit diesen vier kleinen Verben werden bereits die wesentlichen Aufgaben der Feuerwehren beschrieben. Im Vordergrund steht natürlich immer die Rettung von Menschen und Tieren sowie die eigentliche Brandbekämpfung. Aber auch zur Erhaltung von bedeutenden Sachwerten oder zur Abwehr von Gefahren für den Menschen und die Umwelt ist die Feuerwehr zuständig. Um all diese Aufgaben auch wahrnehmen zu können, ist nicht nur eine umfassende Ausrüstung nötig, sondern vor allem auch eine fundierte Ausbildung der Einsatzkräfte. Aufgrund der Einsatzvielfalt ist neben modernster Fahrzeuge und Technik, auch eine fundierte Ausbildung der Feuerwehrleute nötig. So werden zu Beginn einer Feuerwehrlaufbahn die grundlegendsten Sachen im Grundlehrgang und einer zweijährigen Truppmannausbildung vermittelt. Mit verschiedenen zusätzlichen Lehrgängen, die auf Kreisebene statt finden, werden spezifische Zusatzfunktionen wie Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, später Truppführer und Maschinistenlehrgang erworben. Weiterführende Lehrgänge werden zu gegebener Zeit in der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Koblenz durchgeführt.

 

Die Ausbildung der Feuerwehr Alzey findet regelmäßig einmal im Monat während der Monatsübung statt. Dabei werden unter anderem die Handhabung feuerwehrtechnischer Geräte und auch objektbezogene Ausbildungen durchgeführt.

Die Brandschutzausbildung findet sonntags - am gleichen Wochenende wie die Gefahrstoffzugausbildung - statt. Dabei liegen die Schwerpunkte im Bereich des abwehrenden Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung. Die Übungen werden sowohl zugweise, wie auch als Gesamtübung durchgeführt und können unterschiedlich gestaltet sein.

 

» Stationsausbildung

Früher war die Feuerwehr hauptsächlich zur Brandbekämpfung im Einsatz. Heutzutage besteht aber auch ein Großteil der Arbeit in der technischen Hilfeleistung. So wird die Feuerwehr zum Beispiel bei Verkehrsunfällen immer öfter angefordert um in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst die Verunfallten aus ihren Fahrzeugen möglichst schonend zu befreien. Diese Rettungsmaßnahmen setzen voraus, dass eine intensive Ausbildung an dem feuertechnischen Rettungsgerät wie Rettungsschere, Spreizer aber auch zum Beispiel Hubrettungszylindern durchgeführt wird. In Stationsausbildungen werden in kleineren Gruppen verschiedene Ausbildungsinhalte aus den Bereichen Brandschutz und Technische Hilfe durch die Ausbilder vermittelt und die erworbenen praktischen Kenntnisse in kleineren Übungen vertieft.

 

» Einsatzübungen

Nicht nur die Ausbildung mit dem technischen Gerät der Feuerwehr Alzey wird geübt, es werden während der Monatsübung auch Objektübungen (Einsatzübungen) durchgeführt. Zum einen kann dabei der Ausbildungsstand der Einsatzkräfte sehr gut beurteilt werden und zum anderen wird die Zusammenarbeit untereinander besser geschult. Letztlich sind die Übungen in besonderen Objekten in Alzey, wie zum Beispiel Schulen oder ansässige Firmen auch eine sehr gute Möglichkeit für die Einsatzkräfte, sich mit den örtlichen Gegebenheiten und daraus eventuell resultierenden Problemen auseinander zu setzen. Dabei wird wie im Einsatzfall auch, von einer bestimmten Lagemeldung ausgegangen.

 

Ein wichtiger Punkt in der Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr ist der Umwelt- und Katastrophenschutz. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in Industriebetrieben und auch im häuslichen Bereich kann eine Gefahr von gefährlichen Stoffen ausgehen und zu Unfällen führen. Die Feuerwehr Alzey als Teil des Gefahrstoffzuges des Landkreises Alzey – Worms ist für solche Notfälle mit entsprechenden Fahrzeugen ausgerüstet.

 

Im Landkreis Alzey - Worms ist der Gefahrstoffzug des Landkreises auf die Freiwilligen Feuerwehren aus Alzey und Osthofen verteilt. Im größeren Schadensfall mit gefährlichen Stoffen bilden diese zwei Komponenten den Gefahrstoffzug Alzey - Worms. Neben der theoretischen Ausbildung über Gefahrenstoffe, deren Kennzeichnung und geeigneter Schutz - und Abwehrmaßnahmen, ist auch die Handhabung von Messgeräten im Strahlenschutzeinsatz und die Übung unter Einsatzbedingungen ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung im Gefahrstoffzug. Die Übungen finden einmal im Monat samstags statt. Die Feuerwehr Alzey übt dabei regelmäßig zusammen mit der Feuerwehr Osthofen das Anlegen der Chemikalienschutzanzüge, das Identifizieren von Stoffen anhand der Kennzeichnungen und Stoffdatenbanken, das Auffangen von Stoffen und Abdichten von Leckagen sowie die Dekontamination (Reinigung) von Personal und Schutzanzügen an der Einsatzstelle.

 

Kreisausbildung

Die Kreisausbildung im Landkreis Alzey – Worms vermittelt den Feuerwehrangehörigen in verschiedenen Lehrgängen das nötige Grundwissen um die Aufgaben im Feuerwehrdienst wahrnehmen zu können. Die Grundlage für die Ausbildung im Landkreis Alzey-Worms wird durch den Lernzielkatalog Freiwillige Feuerwehr des Landes Rheinland-Pfalz beschrieben. 

 

CSA-TRÄGER LEHRGANG

Der Lehrgang zum CSA-träger umfasst circa 16 Ausbildungsstunden und wird nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Weitere Voraussetzungen sind die abgeschlossene Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger sowie Mitgliedschaft im Gefahrstoffzuges Alzey-Worms. Dabei wird den Feuerwehrangehörigen das Arbeiten unter erschwerten Bedingungen des Chemikalienschutzanzuges vermittelt. Unter anderem sind Belastung, Gefährdung und Einsatzgrenzen des CSA, Dekontamination, Einsatzgrundsätze und das Verhalten in Notsituationen Ausbildungsinhalte dieses überwiegend praktischen Lehrgangs.

 

ATEMSCHUTZLEHRGANG

Der Atemschutzgeräteträgerlehrgang umfasst circa 20 Ausbildungsstunden und wird nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Die ärztlich nachgewiesene Atemschutztauglichkeit (Grundsatz G26), ein Mindestalter von 18 Jahren und kein Bartträger sind die Voraussetzungen für diesen Lehrgang, der ergänzend zur Feuerwehrgrundausbildung durchgeführt wird. Den Feuerwehrangehörigen wird vermittelt, sich gegen Sauerstoffmangel und gefährliche Atemgifte an Einsatzstellen zu schützen und sich richtig zu verhalten. In theoretischen und praktischen Ausbildungsstunden werden die Kenntnisse über die Bedeutung des Atemschutzes, die Anforderungen an Atemschutzgeräteträger, Aufbau und Umgang mit Atemschutzgeräten gelehrt. Neben einer theoretischen Prüfung ist der Besuch der Atemschutzstrecke als praktische Prüfung festgelegt.

 

TRUPPFÜHRERLEHRGANG

Der Truppführerlehrgang umfasst circa 35 Ausbildungsstunden und wird nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die Grundlagen vermittelt, übertragene Aufträge als Führer innerhalb eines Trupps fachlich richtig und selbstständige auszuführen. In theoretischen und praktischen Ausbildungsstunden werden die Kenntnisse über Rechtsgrundlagen, Brennen & Löschen, taktisches Wissen im Lösch - und Hilfeleistungseinsatz, gefährliche Stoffe & Güter sowie Fahrzeug – und Gerätekunde vertieft.

 

MASCHINISTENLEHRGANG

Der Maschinistenlehrgang umfasst circa 35 Ausbildungsstunden und wird ebenfalls nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die Grundlagen vermittelt, Löschfahrzeuge, bzw. Tragkraftspritzen, kraftbetriebene Aggregate und Sonderaggregate sowie feuerwehrtechnische Beladung zu bedienen, zu prüfen und zu pflegen. In überwiegend praktischer Ausbildung werden unter anderem die Aufgaben des Maschinisten, Rechtsgrundlagen, Löschwasserentnahmestellen, Löschfahrzeuge und Feuerlöschkreiselpumpe sowie die Grundlagen in der Wasserförderung vermittelt.

 

SPRECHFUNKERLEHRGANG

Der Sprechfunkerlehrgang umfasst circa 16 Ausbildungsstunden und wird während der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Voraussetzung dafür ist der erfolgreich abgeschlossene Grundlehrgang. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die nötigen Kenntnisse im Umgang mit Sprechfunkgeräten und im Nachrichtendienst vermittelt. Zu den Ausbildungsinhalten zählen unter anderem die rechtlichen, technischen und physikalischen Grundlagen, Gerätekunde, Funkalarmierung und die eigentliche Durchführung des Sprechfunkverkehrs sowie Kartenkunde. 

 

 

TRUPPMANNAUSBILDUNG (GRUNDLEHRGANG)

Der Grundlehrgang umfasst circa 70 Ausbildungsstunden und wird zu Beginn der Tätigkeiten im Feuerwehrdienst durchgeführt. Voraussetzung für den Grundlehrgang ist die durch einen Arzt festgestellte Eignung zum Feuerwehrdienst sowie ein Mindestalter von 16 Jahren. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die grundlegenden Tätigkeiten innerhalb einer Gruppe, einer Staffel oder eines Trupps in theoretischer und praktischer Ausbildung vermittelt. Rechtsgrundlagen, Brennen & Löschen, taktisches Wissen im Lösch - und Hilfeleistungseinsatz, gefährliche Stoffe & Güter sowie Fahrzeug – und Gerätekunde sind nur ein Teil der Ausbildungsinhalte. 

 

Zusätzlich zu den Kreislehrgängen und der Ausbildung innerhalb der Wehr, bietet die Landesfeuerwehr - und Katastrophenschutzschule LFKS in Koblenz weiterführende Lehrgänge an.

 

AUSBILDUNG FÜR FEUERWEHR UND KATASTROPHENSCHUTZ

 

Die Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS) ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Freiwilligen Feuerwehren, die Berufs- und Werkfeuerwehren und die anderen Hilfsorganisationen in Rheinland-Pfalz. In rund 250 Veranstaltungen werden jährlich ca. 6.000 Kräfte der verschiedenen Organisationen geschult. Die Unterbringung und Verpflegung wird dabei von der LFKS gewährleistet. Die theoretische Ausbildung erfolgt in 11 Lehrsälen und die praktische auf einem Übungsgelände, welches von einem Tauchturm über Eisenbahnwaggons bis zu einer Feuerlöschübungsanlage alles bietet. Teilnehmende erlernen das richtige Einsetzen von Spezialgeräten bei der Fernmeldetechnik, technischen Hilfe und Gefahrstoffeinsätzen. Das Führen von Einsatzkräften in Gruppen-, Zug- oder auch Verbandsstärke, die sachkundige Wartung, Reparatur und Prüfung von Geräten sowie die Ausbilderschulung von Kreisausbildern sind weitere Themenschwerpunkte der Ausbildungsbereiche.

 


  • 03 Jun - 10 Jun
  • 19 Jun - 09 Jul
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  • 19 Aug - 09 Sep
  • 10 Sep - 25 Sep
  • 07 Okt - 09 Okt
  • 23 Okt - 04 Nov